Sonntag, 25. Juli 2010

Kartoffelgulasch

 


Eigentlich wird das Gericht Paprikáskrumpli (Paprikartoffel) genannt, denn in Ungarn ist Gulasch immer eine Suppe oder Eintopf, also nicht wundern, wenn ihr im Ungarnurlaub statt der erwarteten Fleischgericht mit Beilage ein Teller Suppe serviert bekommt.
Der Kessel ist eigentlich der traditioneller ungarischer Kochgeschirr. Die Rinderhirten "Gulyás" haben den ganzen Sommer in der weiten Puszta verbracht und aus nicht schnell verderbbaren Lebensmitteln, wie Kartoffel, Zwiebeln, Speck, und auch mal Fleisch ihre Mahlzeiten am offenen Feuer zubereitet. Der Kessel ist ein Universaltopf. Groß genug die Zutaten drin zu transportieren, und für viele Leute drin zu kochen. 
Natürlich besitze ich auch ein Kessel mit dem klassischen Dreibein und den riesen Holzlöffel dazu und koche sehr gerne für Gäste drin, oder wie hier mit meiner ungarischen Familie. 
Im Kessel zu kochen ist immer gesellig. Man trifft sich früh genug um gemeinsam zu schnippeln, eine Weinschorle zu trinken, das Feuer zuzubereiten und langsam zu kochen, damit die Aromen sich richtig entfalten können. 
Diesen Kartoffelgulasch hat mein Schwager János (Jani) gekocht.
Die Kinder tobten währendessen im Garten und mit regelmäßigen Abständen wurde eine scheibe Wurst gestibizt.
Das Feuer ist schon vorbereitet:

Die Zutaten:  Kartoffel, Tomaten, Paprika, Wurst (hier die einfache deutsche Variante Cabanossi, am besten aber ungarische Paprikawurst - Kolbász - oder die beste Alternative Chorizzo vom Spanier, 
Öl oder ausgelassener Räucherspeck, etwas Knoblauch, viele Zwiebeln, Salz, Pfeffer und reichlich ungarische edelsüße Paprikapulver. 

Die feingeschnittenen Zwiebeln im ausgelassenen Speck oder Öl weich dünsten. Zwischendurch die geschnittenen Paprikastücke dazugeben, sowie Knoblauch und Tomaten. Kurz schmoren lassen, dann reichlich Paprikapulver reinmischen, Kartoffel dazugeben, mit soviel Wasser aufgießen, dass die Zutaten gerade bedeckt sind, salzen pfeffern und so lange langsam kochen bis die Kartoffel schön weich und leicht zu zerdrücken sind. 
Jeder hat sein eigenes Rezept und schwört drauf. Manche vierteln die Kartoffel, ich mag sie in Würfel geschnitten. Manche benutzen Knoblauch, manche nicht. Ich nur ganz wenig. Manche mögen eine dünne Soße, ich mag sie schön dickflüssig. Aber alle schwören auf das eigene Familienrezept.
 
Einfach auch im Topf am Herd zu kochen. Ein schnell zubereitetes Lieblingsessen  von vielen Kindern. Sehr leicht und genauso lecker die vegetarisch variante ohne Wurst. 
Weißbrot dazu steht immer auf den Tisch, wie scharfe Paprika und oft sauer eingelegtes Gemüse. 
Guten Appetit!
und bitte eine vernünftige Kelle benutzen, wir hatten sie vergessen und müssten die Soße mit Eßlöffel schöpfen...ganz schön nervig.

Kommentare:

  1. Oh ... man! Jetzt habe ich Hunger.
    Sieht lecker aus, dein Schwager auch;)

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  2. mmh, lecker! Das hätte ich jetzt auch gerne!!!!
    Ganz viele liebe Grüße, Yvonne

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  3. da bekomme ich ja sogar abends um elf noch hunger! liebe éva, die esel sind jetzt auf irgendeiner anderen weide und ich bin ganz traurig, weil ich noch nicht rausbekommen habe, wo das ist. und meine collagen zeig ich dir mal!

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  4. da wäre ich echt gern dabei gewesen - das klingt nach nem super idyllischen familientag.

    lust auf was deftiges hab ich nun außerdem...

    ;-) dani

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